UG gründen: Meine Erfahrungen

Eine UG oder doch ein Einzelunternehmen? Welche sind die Vorteile und Nachteile?  Diese und weitere Fragen möchte ich euch in diesem Beitrag etwas näher bringen. Als Beispiel nehme ich meine Erfahrungen aus meiner Gesellschaft.

Vor ungefähr drei Jahren hatte ich mich erneut in die Selbständigkeit gewagt. Mit gerade einmal einem Budget von 1000 € gründete ich eine UG (Unternehmensgesellschaft, haftungsbeschränkt). Schwerpunkt meiner Firma ist der Vertrieb von Private Label Sportprodukten für den Großhandel. Ich war zur dieser Zeit schon c.a. ein Jahr lang arbeitslos. Bedingt durch meine vorhergehende Firma, hatte ich zusätzlich noch Investment Schulden und einige Schufa Einträge. Kurzer Hand dachte ich, im Fall eines Wachstums, müsste ich früher oder später Geld für meine Firma auf den Kapitalmarkt besorgen. Die Chancen als Einzelunternehmer mit Schulden Geld von der Bank zu verlangen sind verschwindend gering. Das „Schufa“ Model in der BRD ist ein großes Hindernis für Unternehmer. Nicht umsonst ist die Hälfte der Gewerbeanmeldungen von Handwerkern auf Ihre Partner oder ein anderes Familienmitglied gemeldet.

Vielleicht hast du auch die selben Gründe, wie ich sie oben genannt habe und möchtest deshalb mit einer UG Starten oder auch mit einer anderen Unternehmensform. Überlege Dir vorerst: Was sind deine Beweggründe für eine UG.  Was möchtest Du Verkaufen?  Stellst du Produkte her für die du haftbar gemacht werden könntest. Willst du Dich im „worst-case“ aus der Haftung ausschließen, weil du denkst dieses könnte eines Tages auf Dich zukommen. Erwartest du im ideal Fall ein schnelles Wachstum um Steuervorteile zu erlangen? Vielleicht  hast du auch einfach keine 25.000 € für eine GmbH. Villeicht hast Du auch Partner oder Investoren und willst dich mit der UG Vertraglich absichern? Wenn du diese kleine Auswahl mit überwiegend „Ja“ beantworten kannst, könnte eine UG für Dich tatsächlich in Betracht kommen. Doch Vorsicht, keiner erzählt Dir die Nachteile. Besonders für ein kleineres Start-up mit wenig Kapital. Für diese Existensgründer, könnten die Nachteile den Vorteilen überwiegen. Meiner Meinung nach lohnt sich eine Kapitalgesellschaft erst dann, wenn ein bestimmter Jahresumsatz und Gewinn erzielt wird und du dich in Haftungsfragen juristisch absichern möchtest. Dennoch können bei unternehmerischen Fehlern oder Insolvenzverschleppung die Gesellschafter zur Haftung gezogen werden.

Nun zurück zu meinen Erfahrungen aus der Gesellschaft. Woher sollte ich denn wissen das eine UG mehr Geld und Nerven kosten würde als ich es mir Vorstellen konnte. Von wegen nur mit einem EURO und los geht´s! Der Einzige der tatsächlich an meiner Firma in den ersten zwei Jahen verdient hatte, war mein Steuerberater. Ich muss auch dazu erwähnen, dass mein Umsatz für ein „Laptop-Business und Home -Office work“ sich sehen ließ. Leider war die Gewinnmarge gering. Dieses war eine richtungsweisende Entwicklung für die Zukunft und rückte die UG mehr und mehr in ein anderes Licht. Die ersten Zweifel kamen auf. Eine Sache ärgert mich dennoch bis jetzt. Je mehr ich Umsatz generierte, desto mehr erhöhten sich auch die Steuerberater kosten. Rücksicht kann man da von den wenigsten Steuerberatern erwarten. Sie wollen Ihr Geld sehen. Somit musste ich mit meinen Einnahmen und Ausgaben hin und her jonglieren. Zu diesem Thema „Steuerberater“ in der Kategorie: „Abzocker“ schreibe ich noch einen separaten Beitrag“

Theorie ist nicht die Praxis! Nun, ich hatte mich doch für die Rechtsform einer UG entschieden. Viele Fragen gingen mir durch den Kopf. Meine ersten Recherchen warfen zu dem noch mehr Fragen auf als ich Antworten fand. Was muss ich als erstes tun? Zum Gewerbeamt rennen oder  doch zum Notar? Wann eröffne ich das Bankkonto? Welche Strategie ist am günstigsten um kein Lehrgeld zu bezahlen, etc… Fragen auf Fragen.

Fazit:

Zunächst sollte man sich darüber Gedanken machen, ob eine UG überhaupt einen Sinn macht. Vielen lockt der Gedanke auf Haftungsbeschränkung einer Kapitalgesellschaft. Für weniger Geld kann man die Haftung mühelos über Versicherung ausschließen.

Die Gründung einer UG ist kostenintensiver als ein Einzelunternehmen. Der Steuerberater wird doppelt von Dir kassieren. Einmal für die Umsatzsteuervoranmeldung und einmal für die Buchhaltung. Dazu kommt noch der Jährliche IHK Beitrag, ironischerweise heißt es tatsächlich “ Zwangsbeitrag“ (Diese Witzbolde). Vergessen wir nicht den Jahresabschluss den sich der Steuerberater ordentlich was kosten lässt. (Hier) mehr zum Thema Steuerberater. Ebenso, kann man nicht mal so neben bei 100 Euro von deiner eignen Firma abheben ohne dem Steuerberater Rechenschaft abzulegen.

Im Großen und Ganzen würde ich Dir empfehlen dein Business als Einzelunternehmer zu beginnen. Du hast volle Kontrolle über dein Geldeinsatz und geringere Kosten. Wenn du immer noch wünschst, kannst du  dann dein Unternehmen in eine UG oder in eine Vollwertige GmbH umwandeln.

Weiter Einzelheiten und Details über eine UG (haftungsbeschränkt) könnt Ihr auch auf Wikipedia lesen.

UG gründen: Meine Erfahrungen
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Ein Gedanke zu „UG gründen: Meine Erfahrungen

  • 17/06/2019 um 14:37
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    Hallo,

    vielen Dank für den Beitrag.
    Was wahren Ihre Gesamtkosten bei der Gründung der UG und wie viel Stammkapital haben Sie erbracht.
    Für eine Rückmeldung würde ich mich freuen.

    Gruß, Marc

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